Zuletzt aktualisiert am 7. Oktober 2026
Die kurze Antwort Schlüsseldienst-Kosten richten sich nach Uhrzeit, Anfahrt, Zustand der Tür und Schlosstyp. Laut Verbraucherzentrale Hamburg (Stand 25.01.2024) sind für eine einfache Türöffnung ohne Schlosstausch 100 Euro tagsüber und 180 Euro nachts oder am Wochenende gerade noch angemessen. Fair ist ein vorher vereinbarter Festpreis inklusive Anfahrt und Zuschlägen.
Eine faire Türöffnung kostet so viel, wie Betriebe am Ort für dieselbe Leistung üblicherweise verlangen. Ohne Preisabsprache gilt nach § 632 BGB genau diese übliche Vergütung als vereinbart. Teuer wird es vor allem durch Callcenter, die sich als örtliche Betriebe ausgeben, durch Lockpreise ohne Anfahrt und Zuschläge und durch unnötig aufgebohrte Zylinder. Der Bundesgerichtshof wertet schon das Ausgesperrtsein als Zwangslage im Sinne des Wuchers. Mit dem 5-Fragen-Check vor dem Anruf klärst du Anbieter, Anfahrt, Gesamtpreis, Leistung und Zahlungsweg, bevor jemand losfährt.
Was kostet ein Schlüsseldienst für eine Türöffnung?
Eine Türöffnung durch den Schlüsseldienst kostet je nach Region, Uhrzeit und Aufwand unterschiedlich viel. Einen gesetzlichen Preis gibt es nicht. Als Orientierung dienen die Richtwerte der Verbraucherzentrale Hamburg und der Grundsatz, dass ohne Absprache die ortsübliche Vergütung gilt.
Die Verbraucherzentrale Hamburg nennt in ihrem Ratgeber (Stand 25.01.2024) für eine einfache Türöffnung ohne Austausch des Schlosses 100 Euro tagsüber oder 180 Euro am Wochenende beziehungsweise nachts als Betrag, der gerade noch angemessen ist. Diese Werte sind keine Gebührenordnung und kein Mindestpreis. Sie beschreiben die obere Grenze für den einfachsten Fall: Die Tür ist nur zugezogen, das Schloss bleibt heil, und der Monteur ist nach kurzer Zeit fertig. Die ersten Schritte nach dem Aussperren stehen im Ratgeber Tür zugefallen: so kommst du ohne Abzocke wieder rein.
Wie weit die Forderungen auseinanderliegen, zeigte die Stiftung Warentest in ihrem Test von Schlüsselnotdiensten (Pressemitteilung vom 25.09.2019): Für eine zugefallene Tür verlangte ein Anbieter 415 Euro, ein Betrieb vor Ort ohne Vermittler dagegen 65 Euro. Dass das Muster fortbesteht, bestätigt die Verbraucherzentrale im Ratgeber vom 21.01.2026: Unseriöse Schlüsseldienste verlangen mitunter drei- bis vierstellige Beträge.
Rechtlich ist die Türöffnung ein Werkvertrag. Du als Besteller schuldest nach § 631 BGB die vereinbarte Vergütung. Fehlt eine Absprache über die Höhe, gilt nach § 632 Abs. 2 BGB die übliche Vergütung als vereinbart. Das ist laut Bundesgerichtshof (Urteil vom 16.01.2020, Az. 1 StR 113/19) der Lohn, der am Ort für Leistungen gleicher Art, Güte und Umfang gezahlt wird. Für dich heißt das: Ein Monteur, der ohne Preisabsprache arbeitet, darf nicht beliebig abrechnen, sondern nur ortsüblich. Was ortsüblich ist, hängt von sechs Faktoren ab.
Welche Faktoren bestimmen die Schlüsseldienst-Kosten?
Sechs Faktoren bestimmen die Schlüsseldienst-Kosten: Uhrzeit und Wochentag, Anfahrtsweg, Zustand der Tür, Schlosstyp, Material und Arbeitsdauer. Spürbar teurer wird es nachts, am Wochenende, an Feiertagen und bei einem Zylindertausch, den die Verbraucherzentrale in den meisten Fällen für unnötig hält.
| Faktor | Wie er die Rechnung verändert | Frage am Telefon |
|---|---|---|
| Uhrzeit und Wochentag | Laut Verbraucherzentrale kostet ein Einsatz werktags am Tag weniger als ein Akut-Einsatz in der Nacht, an Sonn- oder Feiertagen. Der Aufschlag heißt meist Nacht- und Feiertagszuschlag. | Welcher Zuschlag gilt gerade, und steckt er schon im Preis? |
| Anfahrt | Weite Wege landen als Anfahrtspauschale auf der Rechnung. Wirbt ein Betrieb mit deiner örtlichen Vorwahl, zahlst du laut Verbraucherzentrale nur An- und Abfahrt innerhalb der Ortsgrenzen. | Von welchem Ort fährt der Monteur los? |
| Zustand der Tür | Eine zugezogene Tür hält nur die Falle. Ist abgeschlossen oder mehrfach verriegelt, steigt der Aufwand. | Gilt der Preis auch, wenn sich die Tür vor Ort als abgeschlossen herausstellt? |
| Schlosstyp | Sicherheitsschlösser und Schutzbeschläge verlängern die Arbeit. Die Verbraucherzentrale rät, den Schlosstyp schon beim Anruf zu beschreiben. | Ändert ein Sicherheitsschloss etwas am Preis? |
| Material | Ein neuer Zylinder ist ein eigener Posten. Im vom BGH entschiedenen Fall stellten Monteure Material mit bis über 100 Prozent Aufschlag in Rechnung. | Wird etwas ausgetauscht, und was kostet das Teil einzeln? |
| Arbeitsdauer | Rechnet der Betrieb nach Zeit ab, wächst die Rechnung mit jeder Minute. Ein Festpreis nimmt dir dieses Risiko ab. | Rechnet der Betrieb pauschal oder nach Zeit ab? |
Warum ist ein Zylindertausch selten nötig?
Nach Angabe der Innung, die die Verbraucherzentrale Hamburg zitiert, ist eine Türöffnung in 99 Prozent der Fälle ohne Beschädigung möglich. Zylinder aufbohren ist damit die Ausnahme. Aufbohren zerstört das Bauteil und erzeugt einen zweiten Rechnungsposten: den Ersatzzylinder samt Einbau. Die Verbraucherzentrale empfiehlt deshalb, im Auftrag festzulegen, dass nur die verschlossene Tür geöffnet wird. Beschädigt der Monteur Tür oder Schloss und behauptet, anders gehe es nicht, stoppst du laut Verbraucherzentrale Hamburg die Arbeit.
Die günstigste Türöffnung ist oft die am nächsten Morgen. Die Verbraucherzentrale schreibt, dass selbst eine Nacht im Hotel häufig günstiger ist als eine Türnotöffnung. Im Test der Stiftung Warentest galt der Tagestarif eines Anbieters montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr, nachts und am Wochenende kamen Zuschläge dazu. Diese Rechnung gilt nur, wenn drinnen niemand in Gefahr ist und kein Herd läuft. Sonst wählst du sofort die 112.
Ist der Schlüssel im Zylinder abgebrochen, gelten eigene Schritte: Schlüssel im Schloss abgebrochen: was du tun kannst und wer zahlt. Liegt der Schlüssel im verschlossenen Auto, hilft Auto zugefallen: wer dein Auto öffnet und was du beachten musst.
Wie läuft Schlüsseldienst-Abzocke ab?
Schlüsseldienst-Abzocke folgt einem wiederkehrenden Muster: Ein Callcenter gibt sich unter einer örtlichen Nummer als Betrieb vor Ort aus, nennt am Telefon nur die Anfahrtspauschale und überlässt den Endpreis dem Monteur. Nach der Öffnung folgen Zuschläge, Materialposten und Druck zur Barzahlung.
Was hat der Bundesgerichtshof über das Callcenter-Modell festgestellt?
Das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 16.01.2020 (Az. 1 StR 113/19) beschreibt das Geschäftsmodell. Die Betreiber ließen bundesweit nicht existierende Schlüsseldienste mit örtlichen Anschriften und passenden Rufnummern in Telefonbücher eintragen, auf einem einzigen Branchenblatt bis zu 60 verschiedene Nummern fiktiver Firmen. Wer anrief, landete ohne es zu merken in einem zentralen Callcenter. Die Telefonisten meldeten sich nur mit „Schlüsseldienst“, bestätigten auf Nachfrage wahrheitswidrig, vor Ort ansässig zu sein, und nannten allenfalls die Pauschale für An- und Abfahrt. Den endgültigen Preis bestimmte der Monteur erst an der Tür.
Die Folgen stehen ebenfalls im Urteil. Aus mehreren Fällen ergab sich eine Steigerung gegenüber den Preisempfehlungen des Bundesverbands Metall um mehr als das Doppelte, bis zu 254 Prozent. Vorinstanz war das Landgericht Kleve. Laut Verbraucherzentrale Hamburg verurteilte es zwei Angeklagte zu mehrjährigen Haftstrafen, deren Firma über zehn Jahre in rund 700.000 Fällen Schlüsselnotdienste vermittelt hatte.
Welche Tricks hat die Stiftung Warentest dokumentiert?
Die Testpersonen der Stiftung Warentest erlebten drei Abrechnungstricks: zerbohrte Zylinder, eine Berechnung nach Schlosslänge und eine „fallspezifische Einsatzpauschale“. Drei der vier getesteten Vermittler erhielten das Urteil „mangelhaft“, vor allem wegen überhöhter Preise. Die Verbraucherzentrale ergänzt ein weiteres Muster: Als eine Kundin gegen eine überhöhte Rechnung vorgehen wollte, stellten sich die Angaben auf der Rechnung als frei erfunden heraus.
Was zeigt die Datenbasis der Redaktion?
Beim Aufbau des Verzeichnisses hat die Redaktion Einträge aus Overture Maps Places und OpenStreetMap auf Callcenter-Muster geprüft (Datenstand 29.09.2026, Methodik). Über alle Gewerke tauchten 20 Telefonnummern an 5 oder mehr Orten auf, eine davon als „Schlüsselnotdienst“ an 96 Orten. Dazu kamen Nummern unter verschiedenen Namen an 3 oder mehr Adressen und fortlaufende Nummernblöcke. Im Gewerk Schlüsseldienst fielen so 799 Einträge heraus, bei Rohrreinigung 383 und bei Kammerjägern 294. Das Muster aus dem BGH-Urteil existiert also weiter, nur heute in Kartendiensten statt im Telefonbuch. Die verbleibenden Betriebe findest du im Bereich Schlüsseldienst.
Wie erkennst du einen seriösen Schlüsseldienst mit dem 5-Fragen-Check?
Einen seriösen Schlüsseldienst erkennst du mit dem 5-Fragen-Check vor dem Anruf: Mit wem spreche ich, woher kommt der Monteur, was kostet der Einsatz komplett, was genau wird gemacht und wie bezahle ich? Ein Betrieb, der alle fünf Fragen klar beantwortet, legt sich vor der Anfahrt fest.
Weicht der Betrieb bei einer der fünf Fragen aus, rufst du den nächsten an.
Frage 1: Mit wem spreche ich?
Frag nach dem vollständigen Firmennamen und der Adresse. Ein Betrieb, der sich nur mit „Schlüsseldienst“ meldet, zeigt das Muster aus dem BGH-Urteil. Die Verbraucherzentrale rät, im Impressum der Website auf eine lokale Anschrift zu achten und wenn möglich nachzusehen, ob dort tatsächlich ein Betrieb sitzt. In der Datenbasis der Redaktion haben 97 Prozent der Betriebe eine Telefonnummer, aber nur 69 Prozent eine Website. Fehlt die Website, prüfst du die genannte Adresse. Klär auch, ob du mit einem Vermittler oder mit dem ausführenden Betrieb sprichst.
Frage 2: Woher kommt der Monteur?
Der Abfahrtsort bestimmt die Anfahrt. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, diese Frage gleich beim ersten Anruf zu stellen. Die Entfernung hängt vom Wohnort ab: Von 2.931 Gemeinden ab 5.000 Einwohnern haben laut Datenbasis der Redaktion 1.927 mindestens drei Schlüsseldienste im Umkreis von 10 Kilometern und mindestens einen in 5 Kilometern. In den übrigen 1.004 Gemeinden ist eine längere Anfahrt realistisch, die in den Festpreis gehört. Ob ein Betrieb nachts selbst ausrückt, gibt keine offene Quelle verlässlich an: 99,5 Prozent der Einträge tragen bei uns den Hinweis „Notdienst beim Betrieb erfragen“, und nur 1,4 Prozent haben überhaupt Öffnungszeiten hinterlegt.
Frage 3: Was kostet der Einsatz komplett?
Verlange einen Festpreis, der Anfahrt, Zuschläge und Umsatzsteuer enthält. Die Preisangabenverordnung verpflichtet Unternehmer, die Verbrauchern Leistungen anbieten, zur Angabe von Gesamtpreisen (§ 3 PAngV). Gesamtpreis ist nach § 2 PAngV der Preis einschließlich Umsatzsteuer und sonstiger Preisbestandteile. Lässt sich der Betrieb auf keinen Festpreis ein oder erscheint er dir zu hoch, rufst du laut Verbraucherzentrale Hamburg einen anderen an.
Frage 4: Was genau wird gemacht?
Beschreib den Zustand der Tür und das Schloss so genau wie möglich. Leg fest, dass nur geöffnet wird und kein Zylinder ohne deine Zustimmung ersetzt oder aufgebohrt wird. Die Verbraucherzentrale rät, das Gespräch unter Zeugen zu führen, damit du die Vereinbarung später beweisen kannst.
Frage 5: Wie bezahle ich?
Barzahlung darf der Betrieb laut Verbraucherzentrale nur verlangen, wenn ihr sie vor Arbeitsbeginn vereinbart habt. Frag deshalb schon am Telefon, ob Kartenzahlung oder Rechnung möglich ist. Eine Überweisung hinterlässt eine Spur mit Empfänger und Konto.
Das Verzeichnis führt 7.673 Schlüsseldienste aus offenen Kartendaten, ohne bezahlte Platzierung. Einträge mit Callcenter-Mustern hat die Redaktion vorher aussortiert. Schlüsseldienst in deiner Nähe finden
Den 5-Fragen-Check erledigst du am besten, bevor du ausgesperrt bist. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, schon vorher einen seriösen Betrieb in der Nähe auszuwählen, der auch außerhalb der Geschäftszeiten zu fairen Preisen öffnet, und seine Nummer im Handy oder im Geldbeutel aufzubewahren. Adressen seriöser Betriebe vermittelt zum Beispiel die örtliche Innung; die Verbraucherzentrale Hamburg verweist dafür auf die Metall-Innung.
Ab wann ist eine Schlüsseldienst-Rechnung Wucher?
Eine Schlüsseldienst-Rechnung ist Wucher, wenn der Preis in einem auffälligen Missverhältnis zur Leistung steht und der Betrieb eine Zwangslage ausnutzt. Der Bundesgerichtshof sah das Missverhältnis bei mehr als dem Doppelten des üblichen Marktpreises und wertet schon das Ausgesperrtsein als Zwangslage.
Wucher wirkt auf zwei Ebenen. Zivilrechtlich ist ein Rechtsgeschäft nach § 138 Abs. 2 BGB nichtig, wenn jemand unter Ausbeutung einer Zwangslage Vermögensvorteile erhält, die in einem auffälligen Missverhältnis zur Leistung stehen. Strafrechtlich droht nach § 291 StGB Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. Gewerbsmäßiger Wucher ist in der Regel ein besonders schwerer Fall mit bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe.
Der BGH stellte im Urteil vom 16.01.2020 klar, dass bereits das Ausgesperrtsein aus der eigenen Wohnung regelmäßig eine Zwangslage begründet. Ein eingeschalteter Herd, ein zurückgelassener Säugling oder Kälte müssen nicht hinzukommen. Die Grenze zieht das auffällige Missverhältnis: Im entschiedenen Fall überstieg der Werklohn den üblichen Marktpreis regelmäßig um mehr als das Doppelte.
Zivilgerichte haben Rechnungen schon bei ähnlichen Abständen gekippt. Die Verbraucherzentrale Hamburg nennt unter anderem diese Entscheidungen:
- Landgericht Essen, Urteil vom 08.10.2019 (Az. 15 S 263/18): Der Vertrag war sittenwidrig, weil die Kosten mehr als das Dreifache des Durchschnittspreises betrugen.
- Amtsgericht Bergisch Gladbach, Urteil vom 16.12.2013 (Az. 68 C 404/13): Die Kosten überschritten den Durchschnittspreis um fast 200 Prozent, der Vertrag war sittenwidrig.
- Amtsgericht Hamburg-Altona, Urteil vom 28.06.2010 (Az. 316 C 340/09): Eine Forderung von mehr als dem Zweieinhalbfachen des gutachterlich angemessenen Betrags erfüllte den Tatbestand des Wuchers.
Ein Widerruf hilft bei der Türöffnung selbst nicht. Das Gesetz schließt in § 312g Absatz 2 Nummer 11 BGB das Widerrufsrecht bei dringenden Reparaturen aus, sobald du den Monteur eigens für die Öffnung gerufen hast. Der Ausschluss gilt aber nicht für weitere Leistungen, die du nicht ausdrücklich verlangt hast, und nicht für Waren, die nicht unbedingt als Ersatzteil nötig waren.
Dieser Beitrag informiert allgemein über Gesetze und Rechtsprechung (Stand 30.09.2026) und ersetzt keine Rechtsberatung. Ob eine konkrete Rechnung Wucher ist, hängt vom ortsüblichen Preis, von Uhrzeit, Aufwand und den Umständen vor Ort ab. Lass eine strittige Rechnung von der Verbraucherzentrale prüfen oder wende dich an eine Anwältin oder einen Anwalt. Bei Bedrohung oder Nötigung vor Ort wählst du die 110.
Was tust du, wenn der Monteur an der Tür zu viel verlangt?
Eine überhöhte Forderung an der Tür zahlst du nicht vollständig. Du zahlst den vereinbarten Festpreis, lässt dir für alles Weitere eine schriftliche Rechnung schicken und unterschreibst nichts, was du nicht verstehst. Bei Drohungen oder Nötigung wählst du die 110.
Die Verbraucherzentrale Hamburg rät: Ohne Preisabsprache zahlst du keinen hohen Betrag vorschnell. Der Betrieb kann dir eine Rechnung schicken, die du später in Ruhe prüfst. Die Vergütung wird nach § 641 BGB zwar mit der Abnahme fällig, eine Pflicht zur Barzahlung folgt daraus aber nicht.
Droht der Monteur, die Tür wieder zu verschließen, oder setzt er dich anders unter Druck, ist das nach Einschätzung der Verbraucherzentrale ein Fall für den Notruf 110. Nötigung ist nach § 240 StGB strafbar. Hol Nachbarn als Zeugen dazu. Du darfst den Monteur außerdem aus deiner Wohnung und von deinem Grundstück verweisen.
Notiere noch an der Tür Uhrzeit des Anrufs, Ankunft und Ende der Arbeit, das Kennzeichen des Fahrzeugs und die Namen der Zeugen. Fotografiere Rechnung, Tür und Schloss.
Die Dauer der Arbeit ist ein starkes Argument. Das Amtsgericht München verurteilte 2004 eine Firma, rund drei Viertel des Betrags für eine Türöffnung zurückzuzahlen, die drei Minuten gedauert hatte (Az. 141 C 27160/03, zitiert von der Verbraucherzentrale Hamburg). Starte deshalb die Stoppuhr im Handy, sobald der Monteur mit der Arbeit beginnt, und stoppe sie, wenn die Tür offen ist.
Was kannst du nachträglich gegen eine überhöhte Rechnung tun?
Nach einer überhöhten Rechnung sicherst du zuerst alle Belege, erstattest bei Verdacht auf Wucher Strafanzeige und lässt dich von der Verbraucherzentrale beraten. Bereits gezahltes Geld holst du meist nur über ein Gerichtsverfahren zurück, eine Rechtsschutzversicherung senkt dabei dein Kostenrisiko.
- Sichere Rechnung, Textnachrichten, Anrufliste und die Notizen vom Einsatz.
- Prüfe Impressum und Anschrift des Betriebs. Laut Verbraucherzentrale sind die Adressangaben betrügerischer Schlüsseldienste meist falsch.
- Erstatte Strafanzeige bei der Polizei. Die Verbraucherzentrale Hamburg betont, dass Wucher ein Straftatbestand ist.
- Hol dir Rat bei der Verbraucherzentrale deines Bundeslandes, bevor du Geld zurückforderst.
- Fordere den überhöhten Teil schriftlich zurück. Ist der Vertrag nach § 138 BGB nichtig, kommt eine Rückforderung nach § 812 BGB in Betracht.
Die Verbraucherzentrale weist auf das Kostenrisiko hin: Selbst wenn du einen betrügerischen Schlüsseldienst trotz falscher Adresse ausfindig machst, trägst du zunächst die Kosten des Verfahrens.
Das BGH-Urteil verbessert deine Ausgangslage trotzdem: Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale haben Betroffene seitdem bessere Chancen auf strafrechtliche Ermittlungen.
Wer zahlt den Schlüsseldienst: du, der Vermieter oder eine Versicherung?
Den Schlüsseldienst zahlt grundsätzlich, wer ihn beauftragt, also meist du selbst. Eine Versicherung springt nur mit passendem Baustein ein: Ein Haus- und Wohnungsschutzbrief übernimmt laut Verbraucherzentrale den Schlüsseldienst, aber keine neuen Schlösser. Die Haftpflicht hilft bei verlorenen fremden Schlüsseln.
Den Lohnanteil einer bezahlten Türöffnung kannst du als Handwerkerleistung ansetzen; was das bringt, zeigt Handwerkerkosten absetzen: Steuerbonus für Notdienst-Rechnungen berechnen.
Als Besteller schuldest du nach § 631 BGB die Vergütung, auch als Mieter. Eine Besonderheit gilt, wenn ein defektes Schloss die Tür blockiert: Das ist ein Mangel der Mietsache, den du dem Vermieter nach § 536c BGB unverzüglich anzeigst. Ob er dann Kosten übernimmt, klärst du mit ihm oder mit dem Mieterverein.
Bei den Versicherungen unterscheidet die Verbraucherzentrale (Stand 22.01.2025) drei Fälle:
- Hausratversicherung: Sie zahlt oft nur den Ersatz des eigenen Hausschlüssels, etwa nach einem Raub, nicht aber fremde oder dienstliche Schlüssel.
- Haus- und Wohnungsschutzbrief: Er organisiert und bezahlt den Schlüsseldienst, übernimmt aber nicht die Kosten für neue Schlösser.
- Private Haftpflichtversicherung: Sie hilft beim Verlust fremder Schlüssel, etwa eines Generalschlüssels, ist aber nicht in jedem Tarif enthalten.
Nach Berechnungen der VdS Schadenverhütung, die die Verbraucherzentrale zitiert, gehen in Deutschland jedes Jahr rund 800.000 Schlüssel verloren, mit einem Schaden von fast 100 Millionen Euro. Hast du einen Schutzbrief, rufst du im Notfall zuerst dessen Hotline an, denn dann organisiert die Versicherung den Einsatz. Wie Hausrat, Wohngebäude und Haftpflicht bei anderen Schäden zusammenspielen, erklärt der Beitrag Wasserschaden: welche Versicherung zahlt was?
Einschätzung der Redaktion
Die Suchdaten zeigen eine Schieflage: Nach „schlüsseldienst kosten“ suchen in Deutschland rund 1.900 Menschen im Monat, nach „schlüsseldienst abzocke“ rund 50, und für „schlüsseldienst seriös erkennen“ ist kein messbares Volumen ausgewiesen (Google Ads über DataForSEO, Stand 29.09.2026). Gefragt wird nach dem Preis, über die Rechnung entscheidet aber die Wahl des Anbieters. In unserer Abfrage vom 30.09.2026 warben drei der neun organischen Treffer auf der ersten Seite für „schlüsseldienst kosten“ schon im Titel mit einem Preis, zwei davon mit einem „ab“-Preis. Unsere Datenbasis zeigt, warum der Blick auf die Nummer mehr bringt als der Blick auf den Preis: Eine einzige Nummer stand als „Schlüsselnotdienst“ an 96 Orten, 799 Schlüsseldienst-Einträge fielen durch den Netzfilter, und 1.004 von 2.931 Gemeinden ab 5.000 Einwohnern erreichen nicht die Schwelle von drei Betrieben in 10 Kilometern und einem in 5 Kilometern. Die Redaktion hält deshalb die erste Frage des 5-Fragen-Checks, „Mit wem spreche ich?“, für wichtiger als jede Preistabelle.
- Die Verbraucherzentrale Hamburg hält (Stand 25.01.2024) für eine einfache Türöffnung 100 Euro tagsüber und 180 Euro nachts oder am Wochenende für gerade noch angemessen.
- Ohne Preisabsprache gilt nach § 632 Abs. 2 BGB die ortsübliche Vergütung als vereinbart.
- Der BGH wertet seit dem Urteil vom 16.01.2020 (Az. 1 StR 113/19) schon das Ausgesperrtsein als Zwangslage; im Fall lag der Werklohn bei mehr als dem Doppelten des Marktpreises.
- Der 5-Fragen-Check klärt vor der Anfahrt Anbieter, Abfahrtsort, Gesamtpreis, Leistung und Zahlungsweg.
- Die Redaktion hat 799 Schlüsseldienst-Einträge als Netz-Einträge aussortiert, eine Nummer stand an 96 Orten.
- Bei Druck oder Drohungen wählst du die 110, bei Gefahr für Menschen hinter der Tür die 112.
Nach einem Einbruch zählen zuerst andere Schritte als die Kosten: Einbruch: was du in den ersten Stunden tun musst.
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Häufige Fragen zu Schlüsseldienst-Kosten
Was kostet ein Schlüsseldienst nachts oder am Sonntag?
Nachts, sonntags und an Feiertagen kommen Zuschläge hinzu. Die Verbraucherzentrale Hamburg hält für eine einfache Türöffnung nachts oder am Wochenende 180 Euro für gerade noch angemessen (Stand 25.01.2024). Lass dir bestätigen, dass der Zuschlag im Festpreis enthalten ist.
Muss ich den Schlüsseldienst sofort bar bezahlen?
Nein. Barzahlung kann der Betrieb laut Verbraucherzentrale nur verlangen, wenn ihr sie vor Arbeitsbeginn vereinbart habt. Ohne diese Absprache lässt du dir eine Rechnung geben und überweist. Zum Geldautomaten fährst du nicht mit. Bei einer überhöhten Forderung zahlst du höchstens den vereinbarten Festpreis und prüfst den Rest in Ruhe.
Darf der Schlüsseldienst das Schloss einfach aufbohren?
Aufbohren gehört nicht zu einem Auftrag, der nur die Öffnung umfasst. Laut Innung, zitiert von der Verbraucherzentrale Hamburg, gelingt eine Türöffnung in 99 Prozent der Fälle ohne Beschädigung. Halte deshalb fest, dass nur geöffnet wird. Beschädigt der Monteur Tür oder Schloss ohne Absprache, stoppst du die Arbeit und dokumentierst den Schaden.
Ist ein Einstiegspreis im Internet ein Festpreis?
Nein. Ein Einstiegspreis beschreibt den günstigsten denkbaren Fall und enthält nicht zwingend Anfahrt oder Zuschläge. Die Preisangabenverordnung verlangt gegenüber Verbrauchern Gesamtpreise einschließlich Umsatzsteuer und sonstiger Preisbestandteile. Frag am Telefon nach dem Gesamtpreis für deine konkrete Tür und lass ihn dir schriftlich bestätigen.
Zahlt der Vermieter den Schlüsseldienst, wenn meine Tür zugefallen ist?
In der Regel nicht, denn den Schlüsseldienst bezahlt, wer ihn beauftragt hat (§ 631 BGB). Blockiert ein defektes Schloss die Tür, ist das ein Mangel, den du dem Vermieter nach § 536c BGB unverzüglich anzeigst. Ob er dann Kosten übernimmt, klärst du mit ihm oder dem Mieterverein.
Quellen und Stand
- Verbraucherzentrale: Schlüsseldienste: So schützen Sie sich vor überzogen hohen Rechnungen, Stand 21.01.2026
- Verbraucherzentrale Hamburg: Ausgesperrt und abgezockt vom Schlüsseldienst, Stand 25.01.2024
- Verbraucherzentrale: Generalschlüssel verloren: Drohende Kosten bis zum Preis eines Kleinwagens, Stand 22.01.2025
- Stiftung Warentest: Schlüsseldienste: Türöffnen kostet 65 oder 415 Euro, Stand 25.09.2019
- Bundesgerichtshof: Urteil vom 16.01.2020, Az. 1 StR 113/19 (HRRS 2020 Nr. 620), abgerufen 30.09.2026
- Gesetze im Internet: § 138 BGB, Sittenwidriges Rechtsgeschäft; Wucher, abgerufen 30.09.2026
- Gesetze im Internet: § 291 StGB, Wucher, abgerufen 30.09.2026
- Gesetze im Internet: § 240 StGB, Nötigung, abgerufen 30.09.2026
- Gesetze im Internet: § 312g BGB, Widerrufsrecht, abgerufen 30.09.2026
- Gesetze im Internet: § 631 BGB, Vertragstypische Pflichten beim Werkvertrag, abgerufen 30.09.2026
- Gesetze im Internet: § 632 BGB, Vergütung, abgerufen 30.09.2026
- Gesetze im Internet: § 641 BGB, Fälligkeit der Vergütung, abgerufen 30.09.2026
- Gesetze im Internet: § 812 BGB, Herausgabeanspruch, abgerufen 30.09.2026
- Gesetze im Internet: § 536c BGB, Während der Mietzeit auftretende Mängel; Mängelanzeige durch den Mieter, abgerufen 30.09.2026
- Gesetze im Internet: § 3 PAngV, Pflicht zur Angabe des Gesamtpreises, abgerufen 30.09.2026
- Gesetze im Internet: § 2 PAngV, Begriffsbestimmungen, abgerufen 30.09.2026
- Datenbasis der Redaktion: eigene Auswertung aus Overture Maps Places (Release 2026-09-23) und OpenStreetMap, Datenstand 29.09.2026; Suchvolumen aus Google Ads über DataForSEO, Stand 29.09.2026; Google-Trefferliste über DataForSEO, Abfrage vom 30.09.2026 (Methodik)
Wir vermitteln keine Einsätze und nehmen keine Anrufe entgegen. Angaben ohne Gewähr, Stand 30.09.2026. Bei Gefahr für Leib und Leben: 112.
